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7 Gründen, warum Yoga mir geholfen hat im größten Stress nicht durchzudrehen

Stellt euch vor, ihr seid gerade umgezogen, aus der beschaulichen Schweiz ins quirlige Athen, alle Kisten sind ausgepackt; alle Familienmitglieder gewöhnen sich allmählich an die neue Umgebung und ihr freut euch darauf wieder ein wenig Zeit für euch zu haben. Und dann: kommt der nächste Umzug!

Jetzt nur nicht durchdrehen!

War mein erster Gedanke, als mein Mann mir 8 Monate nach unserer Ankunft in Griechenland erzählte, dass er zurück nach Deutschland versetzt werden würde. Es würde wieder losgehen: 2 Erwachsene, 3 Kinder und jede Menge Kartons, Möbel, Spielsachen, Haushaltswaren, Sportgeräte (sogar die Schlitten hatten`s bis nach Griechenland geschafft!) müssten wieder gepackt und versandt werden.

Aber was hat das Ganze jetzt mit Yoga zu tun? 

Eine ganze Menge. „Hi, ich heiße Natalie und wohne nebenan“, wurde ich an Tag 2 im neuen Haus freundlich von der Nachbarin begrüßt. Da wir auf ein Gemeinschaftsgründstück mit weiteren Parteien gezogen waren, wohnte sie nur 6 Schritte aus der Terrassentür hinaus. Mit „falls du Lust auf Yoga hast, komm doch morgen einfach um 10 Uhr vorbei“, verabschiedete sie sich nach ihrem Kurzbesuch und war auch schon wieder verschwunden. 

Natürlich hatte ich Lust. Alles war neu, ich wollte Leute kennen lernen und vor allem wollte ich nach einem überaus turbulenten und ereignisreichen Sommer ein bisschen Bewegung haben. Meine Yoga Erfahrungen waren bis dato auf Schwangerschaftsyoga beschränkt, allerdings war ich nie tiefer eingestiegen. Am meisten freute ich mich auf die Entspannung am Ende der Stunde.

Um mehr herauszufinden pilgerte ich am nächsten Tag die 6 Schritte zur Hintertür hinaus und in das Wohnzimmer der Nachbarin hinein. Die Gruppe bestand aus drei Müttern und der Yogalehrerin; alle etwa im gleichen Alter und durch verschiedenste Umzüge neu in Athen zusammengewürfelt. Sofia, unsere Lehrerin, lotete zunächst den Wissensstand und unseren persönlichen Fitnessgrad aus. Die Bewegungen, die sie vorgab, waren fließend und ruhig. Die Yogapositionen (Asanas) wurden länger gehalten und es wurde bewusst in die Position geatmet.

Am nächsten Morgen hatte ich Muskelkater. 

Gleichzeitig fühlte ich mich nach jeder Yogastunde (wir trainierten ca. 60 Minuten plus einer zusätzlichen 15-minütigen Entspannung) herrlich erschöpft, gefordert und doch tiefenentspannt. Sobald ich geduscht und gegessen hatte, spürte ich neue Energie durch meinen Körper strömen.

Die wöchentliche Yogastunde wurde neben dem Griechisch Unterricht fester Bestandteil meines Wochenplans – ich wollte sie auf keinen Fall missen. Als wir 8 Monate später erfuhren, dass wir zurück nach München ziehen würden, suchte ich den Ausweg im Yoga. Obwohl ich normalerweise nicht zu den Menschen gehöre, die sich schnell aus der Ruhe bringen lassen, war ich am Boden zerstört und 

mir war klar, dass ich etwas unternehmen musste um „nicht durchzudrehen“.

Ein weiterer Umzug zwischen zwei Ländern; wir hatten uns gerade eingewöhnt, den Kindern gefiel es in der Schule, uns gefiel es in Griechenland und wir hatten noch viel vor.

Im Durcheinander von Planung und Organisieren des bevorstehenden Umzugs, war die wöchentliche Yogastunde ein echter Lichtblick. Sie ließ mich die bevorstehenden Ereignisse für einen Moment vergessen. In ihr konnte ich loslassen und mich ganz den Bewegungen hingeben. Ich tat es ohne nachzudenken, einfach den Anweisungen Sofias folgend.

Yoga nur einmal pro Woche genügte mir nicht mehr und ich suchte nach einem Kurs, den ich online ausführen konnte, wann und wo ich wollte. Ich wurde schnell fündig und verdanke es guter Fügung, dass ich in dem wilden Dschungel von online Yogaklassen auf eine stieß, die mir sofort gefiel. Mit Tara Styles und Stralayoga hatte ich genau das gefunden, was ich brauchte: kurze ca. 30-minütige Yogasequenzen, die mich forderten, aber nicht überforderten und mich an die Matte fesselten. Taras ruhige Stimme und die dynamisch aneinander gekoppelten Asanas ließen mich abtauchen in die Stille meines Körpers. Eins mit der Bewegung sein – getragen und gesteuert durch den Atem. Was dann passierte, war interessant: 

ich fing an Yoga in meinen Alltag zu integrieren. 

Gab es eine Situation, die mich stresste oder aufregte, fing ich erst einmal an, bewusst zu atmen. Konnte ich für ein Problem keine Lösung finden, wartete ich ab und vertraute darauf, dass es sich schon ergeben würde. Ich ließ die Sachen auf mich zukommen. Ich ergänzte meine Yogapraxis mit einer kurzen Meditationssequenz, das bewusste Innehalten in der Stille, Nichtbeachten der Gedanken.

Wir brauchten eine neue Schule für die Kinder? Ich erkundigte mich, schickte Unterlagen und vertraute darauf, dass wir für alle 3 Kinder Plätze bekommen würden. 

Wir brauchten eine neue Wohnung/Haus? Ich schickte persönliche Anschreiben für die Häuser, die für uns in Frage kamen, absolvierte Telefonate und vertraute auch hier darauf, dass sich das richtige ergeben würde.

Wir bekamen die Plätze für die Schule und fanden trotz angespanntem Mietmarkt in München ein Haus, das zu uns passte und für unsere Zwecke perfekt gelegen war. Alles fügte sich. Der Umzug war anstrengend, aber problemlos; die Kinder fühlten sich in der neuen Schule auf Anhieb wohl.

Der schönste Moment war für mich, als ich in München das erste Mal seit langem mein Fahrrad bestieg – Athen ist nicht unbedingt das beste Pflaster zum Radeln. Ich umfasste den Lenker, stellte den Fuß auf die Pedale und schwang das andere Bein über den Sattel. In diesem Moment fühlte ich Yoga. In diesem Moment wusste ich, dass es mich gepackt hatte, dass ich dabeibleiben würde. Ich fühlte eine innere Stärke und Balance, die ich sonst nur beim Yoga hatte. In dem Moment wusste ich, dass Yoga nicht nur auf die Matte beschränkt ist.

Mein regelmäßiges Yoga hat

  1. zu einer bessere Körperspannung geführt,
  2. mir mehr Leichtigkeit verschafft,
  3. meine Balance ausgeglichen,
  4. mich geerdet,
  5. mir zu bewussterer Atmung verholfen,
  6. meine körperliche und geistige Flexibilität erhöht
  7. und bereitet mir täglich aufs Neue Freude.

Ohne eine regelmäßige Yogapraxis, hätten Sie mich am Ende dieses Sommers wahrscheinlich einweisen können. Stattdessen habe ich versucht, die Leichtigkeit des Yogas in meinen Alltag zu integrieren. Ich besann mich darauf wer ich bin und was ich kann und es gelang mir erneut, mich in die neue Umgebung zu integrieren, um zeitnah Anschluss zu finden.

Was es für eine regelmäßige Yogapraxis braucht? Nicht viel – es ist ein einziger Gedanke: die bewusste Entscheidung, es zu versuchen, einen Yoga Kurs in der Nähe zu suchen und eine Probestunden zu absolvieren. Die meisten Studios bieten diese sogar kostenlos an.

Tauch ein in die Welt des Yoga

und beobachte was mit dir und deinem Körper passiert. Es ersetzt keinen Ausdauersport und obwohl ich im Laufe der Zeit neue Muskeln aufgebaut und andere gestärkt habe, ist es kein „effektiver Sport“ im herkömmlichen Sinne. Es ist eine Lebenseinstellung und alles, was es dazu braucht ist der Wille es zu versuchen.

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